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DAS SOLLTEN SIE ÜBER SEO WISSEN

 

1. Was ist SEO?

Wenn Sie eine Information oder die Antwort auf eine Frage suchen, dann greifen Sie üblicherweise zur Internet-Suchmaschine. In den meisten Fällen wird das wohl Google sein, zumindest im europäischen Raum. Sie geben etwas ein und dann erscheint eine Trefferliste. Nehmen wir als Beispiel den Suchbegriff: „Emotionen Lesen“

Tefferliste Top 10 Google
Wie entsteht diese Reihenfolge?

SEO = Suchmaschinenoptimierung – beschäftigt sich zum einen mit der Frage, warum diese Liste in genau dieser Reihenfolge erscheint und nicht anders. Zum anderen interessiert sich die SEO-Wissenschaft dafür, ob es Maßnahmen gibt, um diese Reihenfolge zu ändern. Im Idealfall so, dass unsere Inhalte möglichst weit oben landen. Es geht also darum: 

„Möglichkeiten und Methoden zu finden, um die Reihenfolge der Suchergebnisse einer Suchmaschine gezielt zu beeinflussen.“

Doch warum spielt das eine so große Rolle?

 

2. Warum ist SEO so wichtig?

In einer idealen Traumwelt würden die Dinge so laufen: Sie erstellen einen Text zum Thema „Emotionen Lesen“ und veröffentlichen ihn auf Ihrer Webseite. Sie haben die Beiträge der Konkurrenz zum gleichen Sachverhalt ganz genau angeschaut und analysiert. Anschließend haben Sie alles gegeben, damit Ihr Content besser ist als das, was man bisher im Web dazu findet. Sie haben Bilder erstellt, Diagramme angefertigt, gründlich recherchiert und das Qualitätsniveau auf eine völlig neue Stufe gehoben. Also müsste man meinen, dass Ihre Abhandlung schon bald auf Platz 1 bei Google landen müsste. 

In der realen Welt erleben Sie stattdessen das: Ihr Beitrag dümpelt auf der zweiten oder dritten Trefferseite von Google zu dem Suchbegriff „Emotionen Lesen“. Selbst nach monatelanger Wartezeit ändert sich das nicht, sondern der Artikel stagniert in absoluter Bedeutungslosigkeit vor sich hin. Wie kann das sein?

Es heißt doch immer seitens Google: „Erstellen Sie exzellenten Content, dann wird sich dieser auch durchsetzen.“ Was soll man dazu sagen? Google lügt!

Würden Sie Ihren Text auf der bisherigen Seite löschen und auf einer bekannteren Domain, mit wesentlich höherem Renommee, neu veröffentlichen, dann würde er möglicherweise auf Platz 1 stehen. Der Grund dafür ist, dass guter Content immer nur ein Teil der Lösung ist. Neben den Inhalten spielt es auch eine Rolle, von welcher Seite der Inhalt kommt – und wie gut diese für die Suchmaschine optimiert ist. 

Jetzt könnte man natürlich meinen, dass es doch unwichtig ist, ob man ganz vorne steht. Ein paar Plätze hin oder her, das macht doch nicht viel aus. Es ist doch sicher genügend Traffic im Internet für alle da, oder nicht?

Dann werfen Sie mal einen Blick auf diese Grafik:

Die Grafik verdeutlicht unmissverständlich, warum alle Webmaster im Internet so hart darum kämpfen, um möglichst weit oben in der Suche zu stehen. Wer zum Beispiel für seinen Suchbegriff von Position 5 auf Position 1 vorrücken kann, der wird seine Besucherzahlen vervielfachen um den Faktor 5

Sie kennen das sicher von sich selber. Sie suchen etwas und geben meist nur den ersten 3 Treffern eine Chance, spätestens danach hat man keine Lust mehr sich weiter durchzuklicken. Alles, was hinter Platz 3 kommt wird somit zur Nebensache. 

Auch zu sehen ist, dass die ersten 5 Positionen ungefähr 3/4 des gesamten Traffics abgreifen werden. Wer einen Webshop besitzt, wo er Produkte an den Mann / Frau bringt, für den hat es eine sehr große Bedeutung, ob er / sie auf Platz 2 oder 8 steht. Die Konsequenzen sind gravierend. 

 

3. Der wichtigste SEO-Faktor: Backlinks

Gehen wir mal davon aus, dass Sie aus dem Content auf Ihren Seiten bereits das Maximum herausholen in Sachen Niveau und Verständlichkeit. Dann geht es darum ihn in der Websuche noch in die optimale Position zu bringen. Der wichtigste Weg dorthin funktioniert über Backlinks. Doch wieso ist das so? Dafür ist ein kurzer, historischer Blick in die Geschichte von Google notwendig. 

3.1 Google-Geschichte: Wie funktioniert die Suchmaschine

Mitte / Ende der 1990-er Jahre war es nicht so einfach im Internet die richtigen Informationen zu finden. Es gab viele Suchmaschinen, die versucht haben ihre Algorithmen so zu gestalten, dass der User das beste Ergebnis geliefert bekommt. Die meisten waren jedoch leicht zu manipulieren. Oft orientierten sie sich einfach an der Menge der vorhandenen Schlüsselwörter. Man musste also nur oft genug „kostenlose Kreditkarte“ auf der Seite Unterbringen, schon war man als windiger Vermittler gut im Rennen mit einem Portal, wo man den Menschen gegen Provision Kreditkarten andreht. 

Als jedoch Google 1995 anfing am Markt mitzumischen, da revolutionierten sie die Websuche. Larry Page und Sergey Brin fokussierten sich nicht so sehr an der Menge von Keywords, sondern sahen die Lösung in Verlinkungen, die auf eine Seite getätigt werden. Wenn ich zum Beispiel von dieser Seite hier einen Link auf den Spiegel Online oder die Welt Online setze, dann ist das offensichtlich ein Indiz dafür, dass ich meinen Lesern eine Empfehlung per Backlink ausspreche, weil diese Seite sehr hochwertig sein muss. 

Daher analysierte Google die Menge der Backlinks in Verbindung mit dem verwendeten Linktext, dem sogenannten Ankertext. Dieser zeigt an, in welchem Zusammenhang die Seite empfohlen wird. Wer eine Seite suchte, um den aktuellen Wechselkurs zwischen US-Dollar und Deutscher Mark, der wurde dort fündig, wo die meisten Links mit dem Suchbegriff „Wechselkurs USD D-Mark“ hin verwiesen. 

Das war natürlich ein sensationeller Fortschritt. Die Suchergebnisse für die User wurden drastisch besser und man begann endlich immer leichter das zu finden, wonach man wirklich gesucht hatte. Leider hatte das System seine Lücken. Findige SEOs nutzten den Algorithmus für sich aus. Sie erstellten Seiten, auf denen sie Geld verdienen wollten. Dann begannen sie damit um diese herum Links aufzubauen. Je mehr, desto besser. Meist waren das speziell für diese Zwecke angelegte Linkfarmen. Dadurch wurden irgendwann immer mehr „schlechte“ Domains nach oben gespült, bei denen der Inhalt offensichtlich schlecht war und wo es ganz deutlich um schnelles Geld ging. Google merkte schnell, dass die Menge der Backlinks nicht ausreicht, um die Qualität einer Seite zu gewährleisten. Daher musste ab nun zwischen „guten“ und „schlechten“ Backlinks unterschieden werden. Der Pagerank wurde geboren. 

3.2 Der Google-Pagerank und seine Bedeutung

Nun begann also Google damit Internetseiten eine Art Wertigkeit zu geben. Dafür wurde ein Bewertungssystem eingeführt. Das Baby wurde Pagerank getauft. 

Der Pagerank war eine Skala von 1-10 und man konnte den Rang einer jeden Seite öffentlich einsehen. Seiten mit gutem PR galten immer als besonders vertrauenswürdig. Wichtig zu wissen: die Bewertung erfolgte nicht linear, sondern logarithmisch. Es war deutlich einfacher von einem Pagerank 2 auf 3 zu klettern, als von 5 auf 6. Nur relativ wenige Internetseiten haben jemals den Wert 10 erreicht – so schwer war es in diese Kategorie zu gelangen. Eine davon war die Seite von Adobe. Der Grund dafür war, dass auf fast jeder Seite in der Welt der Download des Adobe Acrobat Reader per Link empfohlen wurde. Denn nur so konnte man die PDF-Dokumente ansehen, die zum Download bereitgestellt wurden. 

Um zu sehen wie das System funktionierte, hier ein Versuch der Veranschaulichung. Die Grafik zeigt in der linken Spalte gelb markiert die Rubrik „um zu erhalten“ und oben, von links nach rechts „müssen abgeben“. 

Pagerank Linkpyramide
Pagerank Linkpyramide

Die Tabelle ist so zu lesen: 

Um beispielsweise einen Pagerank von 4 zu erhalten, benötigt man 3.055 Links von Seiten mit Pagerank 1 / 555 Links von Seiten mit Pagerank 2 / 101 Links von Seiten mit Pagerank 3 / 18 mit Pagerank 4  oder 3 mit Pagerank 5 usw.

Hier zeigt sich, wie wichtig gute Links waren. Ein einziger Link von einer PR7-Seite, beförderte die eigene Domain in die Kategorie PR5. Klare Sache, dass die Seitenbetreiber sofort anfingen gegen Geld Backlinks von ihren Seiten zu verkaufen oder zu vermieten. Auf der anderen Seite kauften sich schlechte Seiten gute Backlinks, um sich nach oben zu ziehen. Zudem wurde Linktausch nach allen Regeln der Kunst betrieben. Und somit gelang es den SEOs mal wieder Google´s Algorithmus zu überlisten und für die eigenen Zwecke auszunutzen. 

Das System funktionierte bis circa 2015. Dann wurde seitens Google die Reißleine gezogen und der öffentliche Pagerank abgeschafft. Nun ist die Wertigkeit einer Seite nicht mehr einsehbar. Werte aus der Vergangenheit haben keine Bedeutung mehr, denn sie könnten sich mittlerweile massiv geändert haben – wir werden nie erfahren in welche Richtung. 

Das bedeutet: Google bewertet nach wie vor Seiten mit einem Wert. Dieser ist in hohem Maße ausschlaggebend dafür, wie sich der Content von einer Domain in der Suche schlagen wird. Leider weiß aber kein Seitenbetreiber der Welt, wie diese Skala genau aussieht und wo man dort steht. Man geht aber davon aus, dass es immer noch so ähnlich funktioniert wie der frühere Pagerank. 

 

4. Was ist ein privates Blognetzwerk / PBN?

Nachdem Sie erfahren haben, welchen großen Einfluss Backlinks auf das Ranking haben, möchte ich Sie nun mit einer Methode vertraut machen, die von manchen SEO-Experten dafür verwendet wird, um die Suchtreffer zu ihren Gunsten zu manipulieren. Ich muss betonen, dass dieses Verfahren aus Sicht von Google nicht erlaubt ist und in Abstrafungen einer Domain münden kann. 

Man stelle sich vor: im Jahr 2005 hat ein Ärztekongress in Tokyo stattgefunden. Dafür wurde damals die (fiktive) Domain…

https://medicine-excellence-2005.com 

…ins Leben gerufen. Aus diesem Anlass begannen sofort tausende Internetseiten auf die Domain zu verlinken: Ärzte, Universitäten, Behörden, Kliniken, Pharmaunternehmen usw. aus aller Welt. Sie alle haben auf ihren Webauftritten darauf hingewiesen, wie wichtig dieser Kongress ist. Da es sich hierbei um Organisationen handelt, deren Domains bei Google sehr hohes Ansehen genießen, erntete die Kongressseite einen gigantischen hohen Linkjuice, der sich in einem sehr hohen Pagerank wiedergespiegelte. 

Im Jahr 2013 merken die Veranstalter, dass die Kosten für die Domain immer noch jedes Jahr auflaufen. Benötigt wird die Seite aber nicht mehr. Also kündigen sie diese und sie läuft ab. Die vielen Links bleiben jedoch bestehen, nur dass sie jetzt auf eine leere Seite verweisen. Nun kommt ein cleverer SEO auf die Idee die abgelaufene Domain wieder zu reservieren. Damit gehören ihm auch die vielen Links aus den alten Zeiten, denn nun verweisen sie wieder auf eine gültige Seite. Der SEO-Experte richtet auf der gekauften Seite einen One-Pager ein, der einen medizinisch relevanten Text enthält. Der Inhalt ist bei genauerem Lesen totaler Schrott. Aber das spielt keine Rollen. So viele Seiten verlinken darauf, dann muss es in Googles Augen eine super Domain sein. Auf der Homepage der ehemaligen Kongressseite setzt der neue Besitzer  einen Link zu einer Seite, wo er mit Viagra handelt. Wieder ein fiktives Beispiel…

www.viagra-discounter-365.com

…Als Linktext verwendet er „Viagra billig kaufen“. Mit dieser Maßnahme katapultiert er seine Verkaufsseite für diesen Suchbegriff innerhalb sehr kurzer Zeit auf Platz 1 und macht ab dem Tag irrsinnige Umsätze. 

Private Blognetzwerke / PBN funktionieren heute immer noch. Allerdings ist die Chance eine so gute Domain zu ergattern sehr gering. Solche wertvollen Seiten werden meist mit Hilfe von automatisierter Software blitzschnell registriert. Bei den hart umkämpften Keywords gibt es also einen „Krieg“ um alte Domains, von denen sich die SEOs ihre Links besorgen. 

5. Wichtige SEO Irrtümer

Ein Irrtum ist, dass manche AdSense Kunden denken, ihre Anzeigen Buchungen würden sich auch positiv auf das SEO auswirken. Ehemalige Google Mitarbeiter stellten dies klar.

SEO ist keine einmalige Sache, sondern das Nutzererlebnis und das Linkmanagement sollten auf jeden Fall permanent verbessert werden.

Backlinks sind zwar sehr wichtig, aber nicht nur für den Pagerank, sondern sie sollten die Conversion steigern. Google hat sich zum Ziel gesetzt solchen Backlinks Bedeutung zu zu messen.

Keywords, Meta-Descriptions, Formatierungen von Überschriften – diese Dinge spielen im Bereich SEO überhaupt keine Rolle mehr.

Aktuelle Beiträge sind nur für Seiten relevant, die allgemein News verbreiten. Ständig etwas zu Posten bringt gar nichts, bzw. hängt immer von der Intention der Nutzer ab.

Social Signals interessieren Google nicht. Sie führen aber zu einer hohen CTR und das wiederum erweckt den Eindruck, eine Seite sei beliebt bei den Nutzern.