Ältere Semester unter uns haben es vielleicht noch erlebt, wie es ist in den riesigen Telefonbüchern und Gelben Seiten zu blättern, um etwas zu finden. Das Telefonbuch war einfach. Dort waren sämtliche Einwohner einer Stadt mit ihrem Namen, ihrer Anschrift und ihrer Telefonnummer für jeden anderen lesbar hinterlegt. Damals war die DSGVO noch nicht so dringend wie heute. Jedenfalls, in den gelben Seiten war es etwas komplizierter Dinge zu finden. Zum Glück gibt es heute Google. Doch sind Branchenverzeichnisse dadurch bereits komplett tot? Oder bringen sie noch immer etwas?

Gelbe Seiten und Co. – funktionieren sie noch?

Wie erwähnt, war es in den Gelben Seiten etwas schwieriger als im Telefonbuch. Nehmen wir an, jemand wollte Holzschädlinge bekämpfen. Wonach sollte man suchen? Es ist ein sehr unkonkreter Begriff. Also blätterte man im Buch unter Rubriken wie: Kammerjäger, Insektenbekämpfung … was auch immer einem einfiel. Und so hoffte man als Unternehmer darauf, das man sich für die richtigen Begriffe eingetragen hatte. Während Kunden hofften, dass sie in der richtigen Kategorie suchen. Sie sehen, man musste damals echt mitdenken beim Recherchieren.

Heute funktioniert das über Google oder YouTube. Es reicht nur „Holzwürmer“ einzugeben. Dann schaltet die Suchmaschine um auf die lokale Suche und schlägt dem User Unternehmen vor, die ihm dabei helfen Schädlinge zu vernichten. Zudem aber auch allgemeine Info-Seiten zum Thema. Leider aber auch Shopping-Angebote. Ein bisschen Overload so langsam.

Auf YouTube wurde noch kein lokales SEO etabliert. Dort kommen selbst bei Angabe der Stadt allgemeine Vorschläge, so wie dieser hier:

Vielleicht wäre das ein cleveres Mittel, Videos für jede Stadt zu erstellen zu wichtigen Suchbegriffen. Müsste man mal probieren… Das heißt, Google nimmt einem die ganze Arbeit ab. Wer braucht da noch die Gelben Seiten oder den Anbieter „das Örtliche“? Reicht lokales SEO alleine nicht aus?

Branchenverzeichnisse – Vorteile

Man könnte meinen ja, lokales Google SEO sollte reichen. Allerdings hat hierzu die Gesellschaft für Konsumforschung interessante Erkenntnisse gewonnen. Dort stellte man fest, dass viele Menschen tatsächlich lieber die App-Variante der Branchenverzeichnisse nutzen. Denn bei denen gibt es keine bezahlten Rankings und keine SEO manipulierten Firmenseiten, die sich künstlich nach oben geschoben haben. Es ist offenbar mehr Vertrauen da als in die kalifornische Datenkrake.

Anhand von Studien konnte man nachweisen, dass Kunden, die über solche Verzeichnisse auf eine Webseite geführt wurden, deutlich mehr Geld ausgeben als diejenigen, die von Google kamen. Woran könnte das liegen?

Ein Faktor wäre das Alter. Ältere Menschen haben in der Regel ein größeres Vermögen und können mehr ausgeben. Andererseits könnte es sein, dass die User aus dem Branchenbuch doch etwas besser gefiltert sind. Also ein etwas qualifizierterer Traffic als von einer Suchmaschine, die wirklich alle Suchanfragen im Web einfängt zu gewissen Keywords. Und, die anschließend versucht dem Nutzer das beste Ergebnis zu liefern – obwohl die wahre Intention nicht wirklich bekannt ist.

Auf jeden Fall ist es ein guter Grund, um mal über einen Online-Eintrag nachzudenken. Falls Sie das noch nicht haben, vielleicht ein Weg, um an eine wohlhabendere Zielgruppe zu gelangen. Zudem dürfte sich der Backlink zu Ihrer Webseite auch auf das allgemeine SEO positiv auswirken.

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